Montreal

Die nach Paris zweitgrößte französischsprachige Stadt der Welt ist trotz ihrer Größe sehr besucherfreundlich. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten sind gut zu Fuß zu erreichen.

Die Kathedrale Notre-Dame, ein kleineres Abbild der Kathedrale von Paris, zählt mit ihrem prächtigen Inneren zu den schönsten Kirchen Nordamerikas. Ebenfalls im historischen Stadtteil Vieux Montreal liegt der stets belebte Place Jacques-Cartier, der inoffizielle Mittelpunkt Montreals. Beherrscht wird das Stadtbild vom Mont Royal, einem 233 m hohen Berg, dessen gleichnamigen Park Sie sich auf jeden Fall ansehen sollten.

Hafen Montreal

Willkommen in der „Stadt der hundert Kirchtürme“. Der Schriftsteller Mark Twain meinte angesichts der Vielzahl sakraler Bauten, man könne hier „keinen Ziegel werfen, ohne ein Kirchenfenster zu zerbrechen“. Dies sollte man jedoch unbedingt unterlassen – besonders wenn man sich in der Nähe der Basilika Notre-Dame befindet, die zu den schönsten Kirchen Nordamerikas zählt.

Die zweitgrößte kanadische Stadt ist nicht zu fassen, passt in keine Schublade. Zu groß sind die Unterschiede von Viertel zu Viertel, zu deutlich die Kontraste im Lebensgefühl und zu faszinierend die Kombination aus alter und neuer Welt. Befindet man sich etwa in einer hektischen, lärmenden nordamerikanischen Metropole oder in einem französischen Stadtviertel, wo immer auch Zeit für ein Schwätzchen bleibt? Um diese Frage zu beantworten, hilft nur eines: Schärfen Sie die Sinne und hinein ins Stadt-Abenteuer. Montreal macht Appetit – und das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Die Montrealer zelebrieren geradezu ihre Essgewohnheiten. Sie lieben es zu dinieren, in Cafés oder Restaurants, die zu den besten des Kontinents zählen. Der Saint-Laurent-Boulevard ist eine Gefahr für jede Diät und ein Hochgenuss für alle Feinschmecker. Die Bagels sind hier besser als in New York, schließlich steht die älteste Bagel-Fabrik Kanadas in Montreal.

Montreal ist aber nicht nur die Stadt der tausend Gaumenfreuden, sondern auch der hundert Kirchenglocken. Eine Vielzahl sakraler Bauten bereichert das Stadtbild. An mancher Stelle könnten sie kaum deutlicher die Symbiose aus Tradition und Moderne symbolisieren. Bestes Beispiel dafür ist die Christ-Church-Cathedral: oben ganz neugotisches Gotteshaus, unten Konsumtempel mit Edelboutiquen und Schnellrestaurants. Die Kuppelbasilika St. Joseph´s Oratorium mit ihrem 97 Meter hohen Dom wird nur vom Petersdom in Rom übertroffen. Das Meisterstück der Montrealer Kirchenbauten ist jedoch die Basilika Notre-Dame. Sie zählt zu den schönsten Kirchen Nordamerikas, und es heißt, ihr Architekt James O´Donnel sei noch vor der Fertigstellung zum katholischen Glauben übergetreten, weil ihm sein Gotteshaus so gut gefiel. Notre-Dame de Bonsecours ist die Kirche der Seeleute. Drei Mal ist sie niedergebrannt, drei Mal wurde sie wieder aufgebaut. Im Inneren sieht man zahllose Schiffsmodelle – jedes eine Opfergabe der Besatzungen in der Hoffnung auf eine sichere Reise.

Wo könnten Sie den Geruchssinn besser anregen lassen als im Garten? Oder besser im Botanischen Garten, dem zweitgrößten der Welt. Rund 10.000 Rosensträucher sorgen garantiert für betörende Düfte. In 10 Gewächshäusern und 30 Außenanlagen wachsen mehr als 21.000 verschiedene Pflanzenarten. Daneben gibt es den größten chinesischen Garten außerhalb Asiens, einen japanischen Pavillon und ein Insektarium. Um mit der Natur in Berührung zu kommen, müssen Sie aber noch nicht einmal den Fuß vor die Tür setzen. Der Biodome im ehemaligen Olympia-Radstadion ist das perfekte Indoor-Naturerlebnis. In diesem lebendigen Umwelt- und Naturmuseum haben Wissenschaftler die vier wichtigsten Ökosysteme des Kontinents unter einem Dach vereint.

Schmecken, hören, riechen. Keine Angst, Ihre Augen kommen nicht zu kurz. Sie genießen in Montreal grundsätzlich immer mit – etwa bei einem Spaziergang über die schmalen Kopfsteinpflasterstraßen der historischen Altstadt über den zentralen Jacques-Cartier-Platz vorbei am Alten Hafen und an den ältesten Bankgebäuden der Stadt auf dem Place d’Armes, dem beeindruckenden Hôtel de Ville (Rathaus) sowie dem neuen Gerichtsgebäude und dem alten Justizpalast. „Augen auf“ heißt es auch beim Besuch des Aussichtspunkts Mount Royal auf jenem 232 Meter hohen Hügel, dem die Stadt ihren Namen verdankt. Der Blick, den Sie von hier oben auf die Skyline der Stadt genießen können, ist mehr als nur ein Foto wert. Ein anderer markanter Aussichtspunkt steht seit 1976 im Olympiapark. Der Olympische Turm ist 175 Meter hoch und so schief wie kein anderer auf der Welt. Die 45-Grad-Neigung war aber vom Architekten gewollt.

Liebhaber historischer Eisenbahnen finden im EXPORAIL-Museum ein wahres Eldorado vor. Insgesamt 130 Lokomotiven und andere Schienenfahrzeuge, ein restaurierter alter Bahnhof und die CP 5935 (Selkirk), die in den 1950er Jahren als schnellste Lok der damaligen Zeit über die Rocky und Selkirk Mountains raste, lassen das technikbegeisterte Besucherherz höher schlagen.

Erholung für alle Sinne versprechen die mondänen Laurentides (Laurentinische Berge) mit ursprünglichen Wäldern, glasklaren Seen und schäumenden Wasserfällen. In idyllischen Ortschaften wie St. Sauveur, St. Bernard am Lac Mercier oder dem modernen, komplett autofreien Mont Tremblant Resort können Sie herrlich bummeln und entspannen. Der Namensgeber Mont Tremblant ist immerhin 960 Meter hoch. Bei einer Wanderung im St. Bruno-Nationalpark können Sie den herbstlichen Wald Kanadas genießen. Nach Besichtigung der Vieux Moulin, einer alten Mühle, dürfen Sie das Tempo bei der Rückkehr zum Ausgangspunkt selbst bestimmen. Flott geht es dagegen bei der rasanten Fahrt im Jetboat auf dem St.-Lorenz-Strom zu. Anstrengen müssen Sie sich hier sicher nicht. Dafür machen die Wasserspritzer besonders den kleinen Urlaubern einen Riesenspaß!

Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, doch gerade das ist es, was Montreal ausmacht: Genuss für alle Sinne!

Daten & Fakten

Größe

Mit ca. 1,6 Millionen Einwohnern ist Montreal die zweitgrößte Stadt Kanadas und die größte der Provinz Quebec. Das gesamte Stadtgebiet liegt auf der Île de Montreal am Zusammenfluss des Ottawa-Flusses und des St.-Lorenz-Stroms.

Klima

In Montreal herrscht Kontinentalklima mit ausgeprägten Jahreszeiten und hoher Luftfeuchtigkeit. Beeinflusst wird es durch den St.-Lorenz-Strom. Kurze, sonnige und fast wolkenlose Sommer wechseln ab mit langen, kalten und schneereichen Wintern. Im Sommer können die Temperaturen auf über 30 °C steigen.

Politik

In den Provinzen herrscht die gleiche Regierungsform wie in Kanada selbst vor: eine Parlamentarische Demokratie. Das symbolische Staatsoberhaupt ist die Königin von England, sie wird von einem Lieutenant-Governor vertreten. Regierungssitz ist Halifax.

Sprache

In Montreal werden mehr als 100 Sprachen gesprochen; hauptsächlich aber Französisch. Rund 20 % der Einwohner nutzen die englische Sprache.

Währung

Ein Kanadischer Dollar ($) unterteilt sich in 100 Cent, 1 $ entspricht ca. 0,75 Euro.