Lanzarote

Wenige Kilometer nördlich von Fuerteventura beginnt eine neue Welt: Lanzarote. Hier eröffnen sich Ihnen unvorstellbar vielfältige Vulkanlandschaften, der Nationalpark Timanfaya mit seinen eindrucksvollen Feuerbergen und die berühmten Werke des Künstlers und Architekten César Manrique.

Im Norden der Insel hat er in einem einzigartigen zusammenhängenden Höhlensystem vulkanischen Ursprungs, den Jameos del Agua, ein Zentrum für Kunst und Kultur geschaffen. Kernstück dieser unterirdischen Anlage ist ein Konzertsaal mit etwa 600 Sitzplätzen.

Hafen Lanzarote

Am Werk César Manriques kommen Sie auf Lanzarote einfach nicht vorbei. Der begnadete Architekt hat mit seinen Bebauungsregeln das Bild der nordöstlichsten der Kanarischen Inseln entscheidend geprägt. Ihm sind die weißen, das Sonnenlicht refl ektierenden Fassaden vieler Gebäude ebenso zu verdanken wie ihre kubischen Formen und verspielten Türmchen. Besonders schöne Beispiele seines Einflusses entdecken Sie im Ort Yaiza. Wenn Sie sich fragen, wie ein solches Genie privat gelebt hat, werfen Sie einen Blick in sein Haus. Darin befi nden sich fünf umgestaltete Lavahöhlen, die der Künstler als Wohnräume nutzte.

Frischer Fisch und edler Wein, das waren früher die Garanten für ein gutes Leben auf Lanzarote. Heute trägt der Tourismus ein gutes Stück zum Auskommen bei. Denn hier fällt nicht nur die Landschaft aus dem Rahmen. Auch Beigaben wie Ölfarben, Aquarelle und Bildhauerei locken die Touristen an. Dem weltberühmten Maler, Architekten und Bildhauer César Manrique sei Dank. Er sammelte die Werke von Picasso, Míro, Chillida und Klee und formte die Insel doch in seinem ganz eigenen Stil. Wenn Sie Lanzarote durch die Augen des Künstlers sehen wollen, sollten Sie nach seinen Spuren Ausschau halten. In seinem ehemaligen Wohnhaus etwa spüren Sie gleich diese besondere Lebensphilosophie: Mensch, Kunst und Natur gehören zusammen. Der architektonische Reiz besteht darin, dass Manrique die Räume um fünf Lava-Blasen herumbaute. Seit 1992 hat die Fundacion César Manrique darin ihren Sitz. Außer der ständigen Manrique-Sammlung können Sie vor allem Bilder zeitgenössischer kanarischer Künstler bewundern. Der Kaktusgarten ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sich Architektur harmonisch in die Landschaft einfügen kann. Zum Trip Lanzarote á la Manrique gehört unweigerlich ein Stopp an den Jameos del Agua. Über eine Holztreppe betreten Sie eine 100 Meter lange offene Lava-Blase. Der unterirdische Salzwassersee ist Lebensraum für winzige, blinde Albinokrebse, die sonst nur in Meerestiefen ab 3.000 Meter vorkommen. Das Aussichtslokal Mirador del Rio baute Manrique 1973 auf einer 479 Meter hohen Klippe über der Steilküste. Ein herrlicher Panoramablick öffnet die Sicht auf die alten Salzfelder sowie die Nachbarinsel La Graciosa.

Bis 1852 war das architektonische Schmuckstück Teguise die Hauptstadt Lanzarotes. Im Jahre 1980 wurde Teguise zum „Conjunto Histórico-Artístico“ erklärt, einem monumentalen kulturhistorischen Freilichtmuseum. Eine Passstraße führt von hier in die Berge und über schmale Serpentinen hinunter in das Tal der 1000 Palmen. Haria, ein liebenswerter Ort im Norden Lanzarotes, lockt mit einem traumhaften Panoramablick auf eben diese Palmen, Meer und Inseln. Von Haria aus können sich konditionierte Wanderer auf eine Traumtour zur höchsten Erhebung der Insel, dem 671 Meter hohen Peñas del Chache, im Risco de Famara machen. Wenn Sie enge Räume nicht scheuen, dann sind die Cuevas de los Verdes das richtige Erlebnis für Sie. In diesem faszinierenden Lavatunnelsystem ist bis auf die schmalen Wege, ein paar Treppen und die Beleuchtung nichts verändert worden. Neben den Wegen sieht man immer wieder das Fließbett der versteinerten Lava, und am tiefsten Punkt – 50 Meter unter der Erde – hat sich Anfang der 1970er Jahre der Geigenvirtuose Yehudi Menuhin von der außergewöhnlich guten Akustik überzeugt. Seitdem finden hier hin und wieder Konzerte statt.

Abenteuer mit Spaßfaktor verspricht eine Spritztour im flotten Buggy. Vorbei durch die urigen Dörfer Las Breñas und Yaiza geht es abseits der Straße entlang der ältesten Inselberge Los Ajaches. Nördlich von Yaiza liegen die Feuerberge! Der Timanfaya-Nationalpark ist eine menschenleere und fast vegetationslose Vulkanlandschaft. Auf den ersten Blick jedenfalls. In Wirklichkeit gedeihen hier rund 180 verschiedene Pflanzenarten. Viele seltene Tiere bewohnen diese ungastliche Mondlandschaft. Vielleicht entdecken Sie einige bei einer Wanderung um den Krater Montaña Colorada. Was unter den Feuerbergen passiert, erfahren Sie im Besucherzentrum des Nationalparks. Mit dem Jeep geht es Offroad durch den Timanfaya-Nationalpark zum Vulkan Tinguaton und weiter auf die berühmte Weinstraße Lanzarotes – La Geria. Rechts und links der schmalen Straße liegen die von Lavafelsen und Steinmauern gesäumten Weinfelder. In den Bodegas und bei den Weinbauern dürfen Sie den Wein natürlich probieren. Eine außergewöhnliche Perspektive auf Feuerberge und Reben bietet Ihnen ein Ausflug auf dem Rücken eines Pferdes. Pferde gibt es auch im Rancho Texas Park. Der Western-Themen-Park bietet außerdem Tiershows und ein Indianerdorf. Neben Krokodilen, Schildkröten und Vögeln sind die Seelöwen die Attraktion des Naturparks. Mit ihnen können Sie sogar gemeinsam schwimmen.

Lanzarote hat jedoch noch viel „Meer“ zu bieten – und zwar trockenen Fußes unter Wasser: eine Tauchfahrt mit dem U-Boot vor Puerto Calero. Entspannung bietet ein Sonnenbad am goldenen Strand in Puerto del Carmen. Wenn Sie aber eher bei einem Einkaufsbummel abschalten können, dann kann Ihnen in den Geschäften und Boutiquen von Puerto del Carmen geholfen werden. Vom Wasser müssen Sie sich dabei noch nicht einmal allzu weit entfernen.

Lanzarote fällt nicht nur aus dem Rahmen, sondern garantiert auch einen Urlaubstag wie aus dem Bilderbuch.

Daten & Fakten

Größe

Lanzarote ist die östlichste der Kanarischen Inseln und liegt 130 km vor der Küste Afrikas. Die Gesamtfläche der Insel beträgt ca. 846 km². Lanzarote hat ca. 139.000 Einwohner, Inselhauptstadt ist Arrecife.

Klima

Die Temperaturen liegen das ganze Jahr über ziemlich gleichmäßig zwischen 16 und 23 °C. Verantwortlich für die geringen Temperaturschwankungen sind die Passatwinde und der Kanarenstrom.

Politik

Die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln besitzen Autonomie-Status. Lanzarote gehört zur spanischen Region Las Canarias und ist der EU erst nach einigen Zugeständnissen beigetreten.

Sprache

Spanisch

Währung

Euro