La Goulette

In Tunesien verbinden sich Orient und Mittelmeer in einer spannenden und zugleich wunderbar entspannten Atmosphäre. Im Herzen der modernen Hauptstadt Tunis liegt eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Altstädte der islamischen Welt, die Medina. Von der Rue Djamaa Ez-Zitouna, der Hauptstraße der Souks – der traditionellen Märkte – geht es hinein in ein Meer aus Farben und Gerüchen.

Unzählige Gassen verlocken dazu, tiefer in diese faszinierende fremde Welt einzutauchen. Ein weiteres Highlight in Tunis ist das Bardo-Museum.

Es beherbergt karthagische, römische, byzantinische und arabische Schätze, dazu die bedeutendste Mosaiksammlung Nordafrikas.

Hafen Tunis La Goulette

Ein besonderer Genuss erwartet Sie in Sidi Bou Saïd nahe Tunis. Nehmen Sie auf der Terrasse des Café des Nattes Platz, bestellen Sie sich eine Tasse Minztee und genießen Sie den Anblick der weiß getünchten Häuser mit ihren blauen, kunstvoll beschlagenen Türen und verschnörkelten Fenstergittern. Turbulenter geht es in der mittelalterlichen Medina der Hauptstadt Tunis mit ihren traditionellen Märkten zu. Tauchen Sie ein in ein Meer aus Farben und Gerüchen und entdecken Sie Meisterwerke der Kupferschmiedekunst.

Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Und Tunesien ist ein Land voller Gegensätze. Für viele ist es allerdings zum Synonym für den Badeurlaub am Mittelmeer schlechthin geworden. Doch es lohnt sich, über den Rand der Sonnenliege hinwegzublicken: Abseits der Strände warten Landschaften und Menschen, die den Entdecker mit offenen Armen empfangen. Tunesien ist keine Fata Morgana, vielmehr der „Orient für Einsteiger“. Mit faszinierenden Wüstenlandschaften, märchenhaften Städten und archäologischen Schätzen. Mit den allgegenwärtigen Spuren der „Besucher“ aus vergangenen Tagen: Phönizier, Römer, Araber, Türken, zuletzt die Franzosen, die hier bis zum Jahr 1956 als Kolonialherren die Geschicke bestimmten. Dazu ein Menschenschlag, der seinen muslimischen Glauben mit einer legeren Weltoffenheit und Aufgeschlossenheit in Einklang gebracht hat. Irgendwo im Labyrinth der Gassen, neben Datteln und Couscous-Grieß aus offenen Säcken, im bunten Farbenmeer der Kaftane und Teppiche, umhüllt von der verwirrenden Duftwolke beim Gewürzhändler, wartet die Erkenntnis auf den Urlauber: Tunesien ist anziehend, wie seine Gegensätze. Mehr als Meer, keine Frage!

In Tunis selber sollten Sie Zeit für das Bardo-Nationalmuseum mitbringen, dessen antike Fundstücke – insbesondere die auf 30 Säle verteilten Mosaiksammlungen – zu den bedeutendsten Nordafrikas gehören. Die Medina (Altstadt) mit zahlreichen, in dämmriges Glühlampenlicht getauchten Souks, ist angefüllt mit dem Hämmern der Kupferschmiede und den Lockrufen der Verkäufer. Im Souk el-Attarine, dem Reich glitzernder Fläschchen, schimmernder Seide und duftender Essenzen, sind die Geschäfte teilweise so klein, dass die Besitzer vor ihren Türen auf Kunden warten. Handeln gehört natürlich zum guten Ton! Bevor Sie dem Souk den Rücken kehren, sollten Sie dem Bauch noch etwas Beachtung schenken: orientalischer Bauchtanz und Kostproben typischer Süßigkeiten. Lassen Sie sich vom Rhythmus aus „1001 Nacht“ ruhig anstecken. An der weiten Bucht des Golfs von Tunis nahe des Villenortes Gammarth locken Hotels, Restaurants und Strände gleichermaßen die Gäste an. Hier können Sie die bunten Eindrücke aus den Souks ganz entspannt nachklingen lassen – bleibt nur noch die Wahl, sich in der Sonne oder im warmen Wasser zu aalen.

Die alte punische Stadt Karthago in der Nähe von Tunis war einst so berühmt wie Rom. Die Ruinen der Stadt liegen verstreut auf einem riesigen Areal und wurden neuzeitlich überbaut. Inmitten der Gärten und Ruinen erheben sich elegante Villen und der weitläufige Präsidentenpalast. Daher sollte man beim Fotografieren etwas Fingerspitzengefühl walten lassen. Trotzdem ist die Stadt der legendären Königin Dido heute eine faszinierende Ausgrabungsstätte mit Überresten eines Amphitheaters und der Antonius-Pius-Thermen. Ganze 15 Meter hoch sind die Säulen nur für das Dach des Frigodariums – das war der „Pool“ zum Abkühlen. Nach den Caracalla-Thermen in Rom waren sie die größten im Imperium Romanum. Seit 1993 zählt das Gelände zum Weltkulturerbe und ist damit vor weiteren Bebauungen geschützt.

Voller Leben ist der ganz in Blauweiß gehaltene Künstlerort Sidi Bou Said. Die engen, gepflasterten Gässchen bezaubern mit ihren strahlend weißen Häusern mit blauen Türen, beschlagenen Toren, lasierten Dachziegeln und nach Jasmin duftenden Gärten. In der steil ansteigenden Hauptstraße kommen Sie vorbei an Galerien, Souvenirläden und Cafés und gelangen schließlich zum wohl bekanntesten Café Tunesiens: Café des Nattes! Seine Berühmtheit ist einem Aquarell August Mackes zu verdanken. Auch der Maler Paul Klee war ein Liebhaber dieses Ortes. Ein britischer Baron sorgte mit seiner Begeisterung für das Städtchen 1915 dafür, dass es unter Denkmalschutz gestellt wurde. Ihm ist es auch zu verdanken, dass sein Ruf als Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle noch heute Berechtigung hat. In Sidi Bou Said haben Sie unendlich viele Gelegenheiten, das Nationalgetränk Tunesiens zu probieren: Pfefferminztee oder Thé à la menthe, wie er hier heißt.

Von der beschaulichen Kleinstadt Bouficha aus, können Sie per Quad die Wege abseits der touristischen Routen erkunden. Gut gerüstet mit Schutzhelm flitzen Sie am Steuer der vierrädrigen Fahrzeuge auch mal Offroad über Berg und Tal. Tunesien will halt entdeckt werden …

Daten & Fakten

Größe

An der Mittelmeerküste Nordafrikas gelegen mit einer Landesfläche von ca. 163.610 km². Die Bevölkerungszahl beträgt ca. 10,2 Millionen, davon ca. 1,5 Millionen in der Hauptstadt Tunis.

Klima

Die Temperaturen steigen im Sommer auf über 30 °C und fallen auch im Winter kaum unter 18 °C. Das Mittelmeer lockt fast das ganze Jahr über mit Badetemperaturen.

Politik

Tunesien ist ein ehemaliges französisches Protektorat und seit 1956 unabhängig. Die Präsidialrepublik besteht aus einem Einkammer-Parlament mit 182 Volksvertretern.

Sprache

Amtssprache ist Arabisch. Französisch ist Handels- und Bildungssprache.

Währung

1 Tunesischer Dinar (TD) unterteilt sich in 1.000 Millimes. 1 TD entspricht ca. 0,50 Euro.