Halifax

Die Geschichte von Halifax beginnt als „Chebucto“ – was in der Sprache der Micmac-Indianer „der größte Hafen“ heißt. Der wunderschöne Hafen zieht Besucher auch heute noch magisch an. Zudem bezaubert Kanadas älteste Stadt mit einer Mischung aus Historie und Großstadtflair. Als Wahrzeichen Halifax gilt die Zitadelle, die bereits bei Stadtgründung im Jahre 1749 erbaut wurde.

Von einem Ausflug zum Küstenstädtchen Peggy’s Cove, das einer der ersten Siedler nach seiner Frau benannt haben soll, werden nicht nur Romantiker begeistert sein.

Hafen Halifax:

Auch wenn das liebevoll restaurierte Hafenviertel und die wehrhafte Festung auf dem Citadel Hill echten Pioniergeist verströmen: Halifax ist immer auf der Höhe der Zeit. Dafür sorgt allein schon das Wahrzeichen der Stadt: der Uhrturm, der im Jahr 1803 fertiggestellt wurde – vermutlich um die im Fort George stationierten Soldaten zur Pünktlichkeit zu erziehen. Sein Schlagwerk wird von Mitarbeitern der Zitadelle sorgsam gewartet und zweimal pro Woche nachgezogen. Wer die Zeit vergessen will, sollte daher die Provinzhauptstadt verlassen und auf der Leuchtturmroute die beeindruckende Natur an Neuschottlands zerklüfteter Küste auf sich wirken lassen. Ein Schauspiel für die Ewigkeit!

Halifax/Kanada
– Wo Kanada am ältesten ist –

„San Francisco des Nordens“ nennen die Haligonians ihre Heimatstadt Halifax. Damit liegen sie gar nicht so falsch. Denn auch hier gibt es eine imposante Brücke, und ähnlich wie „Frisco“ hat die Hauptstadt der Region Neuschottland steil ansteigende Straßen, von denen Sie einen herrlichen Blick auf den Atlantik genießen. Und dennoch ist im Nordosten des nordamerikanischen Kontinents alles ein bisschen anders. Da macht Halifax keine Ausnahme. Die Stadt wurde 1749 von Siedlern aus England, der Schweiz und Deutschland gegründet. Zwar spricht man nicht mehr deutsch, aber immer wieder gibt es Hinweise auf die Gründerzeit. Besonders in Lunenburg, oft als hübscheste Stadt Kanadas bezeichnet, haben vor allem Deutsche aus Lüneburg einen interessanten Akzent hinterlassen. Der Kernbereich der einstigen Schiffbauerhochburg gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Ebenfalls aus den Jahren der Gründerzeit stammt die Festungsanlage in Halifax auf dem Citadel Hill. Das Fort sowie die Soldaten des 78th Regiment of Highlanders sollten vor den Indianern schützen und Eroberer abschrecken. Mit Erfolg: Kein einziger Kanonenschuss musste im Laufe der Jahrhunderte abgefeuert werden – bestenfalls als Touristenattraktion. Das Goldene Zeitalter der Stadt fällt in die Jahre zwischen 1794 und 1800. Architektonische Kostbarkeiten wie das Government House entstanden, als Edward, Herzog von Kent, in Halifax residierte. Ihm verdanken die Einwohner ihr bekanntes Wahrzeichen, den Uhrturm. Denn Edward war ein Pünktlichkeitsfanatiker und hinterließ den Turm als Abschiedsgeschenk. Dem Müßiggang geben sich die Haligonians dagegen gerne in den Public Gardens hin. Bereits 1836 angelegt, ist die beliebte Parkanlage mit Ententeichen und Blumenbeeten der älteste viktorianische Garten Nordamerikas. Halifax’ ältestes Gebäude ist die St. Paul’s-Kirche aus dem Jahr 1750. Der majestätische Sandsteinbau Province House ist seit 1819 Regierungssitz. Im alten Hafenviertel locken heute Restaurants und Geschäfte in die hübsch renovierten Häuser.

Wohl kaum eine andere Stadt hat eine emotionalere Bindung zur Titanic-Katastrophe am 15. April 1912 als Halifax. Denn für 150 der Passagiere endete die unheilvolle Reise genau hier. Sie fanden ihre letzte Ruhe auf städtischen Friedhöfen. Drei Schiffe wurden in jener tragischen Nacht von Halifax hinaus geschickt, Opfer aus der eisigen See zu bergen. Grabsteine sind heute letzte Zeugen dieser wohl denkwürdigsten Schiffskatastrophe aller Zeiten. Für viele Besucher ist ein Spaziergang über den Fairview-Lawn-Friedhof ein bewegender Moment. Im Maritimen Museum sind neben Gegenständen aus dem Wrack der Titanic auch Dokumentationen der größten Katastrophe, die Halifax jemals erschütterte, zu finden. Die Halifax-Explosion ist als die schlimmste nichtatomare Explosion aller Zeiten in die Geschichte eingegangen. Im Dezember 1917 stießen im Hafen ein belgisches Versorgungsschiff und ein französisches Munitionsschiff zusammen. Mehr als 2.000 Menschen starben, nachdem die Schiffe explodierten und 9.000 Menschen wurden verletzt – von den Verwüstungen in der Stadt ganz zu schweigen.

Liebhaber von Weinen aus Übersee können sich auf die Gegend um Windsor freuen. Das Weingut Grand Pre lockt mit edlen Tropfen, die Sie natürlich probieren können. Im Städtchen Wolfville erliegen Sie erst dem Charme der viktorianischen Häuser, die zum Teil in gemütliche Bed-and-Breakfast-Unterkünfte umgewandelt wurden, und dann der Kraft der Gezeiten am äußersten Ende des Golfs von Maine. Hier in der bekannten Fundy-Bucht gibt es den weltweit höchsten Tidenhub von bis zu 21 Metern. Beeindruckend sind auch die rauen Felsformationen und Wälder an der schroffen Küste. Das kühle, nährstoffreiche Wasser in der Bucht sorgt für üppige Krillvorkommen, Nahrungsgrundlage für viele Walarten wie Glatt- und Buckelwale. Nicht umsonst wurden 20.700 Hektar im Jahr 1948 zum Fundy-Nationalpark erklärt.

Den Naturgewalten an der Atlantikküste ist eine der schönsten Routen an Neuschottlands zerklüfteter Küste zu verdanken. Mehr als 1.000 Leuchttürme sollten den Schiffen den sicheren Weg weisen. Die Leuchtturm-Route führt unweigerlich nach Peggy’s Cove, einem rustikalen Fischerdorf. Hier thront der berühmteste Leuchtturm Kanadas auf einem 400 Millionen Jahre alten Granitfelsen. Schicken Sie doch einen Gruß vom Leuchtturm in die Heimat. Mit Extra-Leuchtturm-Stempel versteht sich, den Sie nebst Briefmarke in jedem Souvenirladen erhalten. Die vielleicht eindrücklichste Erinnerung an Peggy’s Cove „erarbeiten“ Sie sich bei einer Wanderung mit einem erfahrenen Führer. In diesem Gebiet zu wandern, heißt: Augen auf und immer wieder spektakuläre Aussichten auf den Atlantik genießen. Mit ein bisschen Glück erspähen Sie die Schwanzflosse eines Wals, Stachelschweine im Gebüsch oder Adler am Himmel.

Natur pur eben! An San Francisco denkt spätestens dann niemand mehr …

Daten & Fakten

Größe

Halifax ist die Hauptstadt der kanadischen Provinz Neuschottland und hat etwa 390.000 Einwohner. Halifax bildet zusammen mit Dartmouth, Sackville und Bedford ein einheitliches Stadtgebiet und erstreckt sich über rund 5.500 km².

Klima

Das Klima an der kanadischen Ostküste wird hauptsächlich vom Atlantik und vom Golfstrom geprägt. In den Wintermonaten Dezember bis März sinken die Temperaturen knapp unter den Gefrierpunkt. Im Sommer klettern sie auf bis zu 20 ºC.

Politik

In den Provinzen herrscht die gleiche Regierungsform wie in Kanada selbst vor: eine Parlamentarische Demokratie. Das symbolische Staatsoberhaupt ist die Königin von England, sie wird von einem Lieutenant-Governor vertreten. Regierungssitz ist Halifax.

Sprache

Englisch ist die am häufigsten gesprochene Sprache. Aber auch Französisch und Gälisch hört man oft. Ebenso lebt die Sprache der Mi´kmaq-Indianer weiter.

Währung

Ein Kanadischer Dollar ($) unterteilt sich in 100 Cent, 1 $ entspricht ca. 0,75 Euro.